CCC Cusco con Carneval

Als ich nach einem ganzen Tag Busfahren abends müde in Cuzco ankomme, lasse ich mich am Busbahnhof bequatschen und zu einer Pension bringen. Für einen Sonderpreis von 50 Soles bekomme ich ein hübsches Dreibettzimmer mit Bad und Frühstück in der Altstadt. Das kommt mir ganz gelegen, ich bin nicht ganz auf dem Dampfer – anscheinend war wieder irgendein Essen nicht so kompatibel mit meiner Verdauung.

Cuzco wurde 1983 in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen und ist mit seiner Mischung aus Inka und kolonialer Architektur sowie der Nähe zum Weltwunder Machu Picchu ein Touristenmagnet – selbst in der Regenzeit.

Die Altstadt ist ein riesiger Markt, auf dem vorrangig Souvenirs aus Wolle, Touren nach Machu Picchu und Essen an die Touristen verkauft werden. Mir gefällt der Mercado San Pedro besonders, es gibt dort neben allen möglichen Lebensmitteln und preiswerten Suppenküchen Stände mit Türmen aus Schokoladen, mit Türmen aus Käse und Säcke voll Trockenfrüchte.

Ich erkunde die Stadt ohne Plan, laufe bergauf, bis zum Cristo Blanco, der über der Stadt drohnt. Die Treppen hinauf sind wieder eine Herausforderung, der Ausblick über die Stadt eine Belohnung.

Daneben liegt die Ruinenstätte Sacsayhuamán, die entweder eine Verteidigungsanlage oder eine Heiligenstätte der Inkas waren.

Ein weiterer planloser Spaziergang führt mich genau zur richtigen Zeit zur Plaza San Blas, wo gerade eine Prozession a la Karneval startet.

Am nächsten Tag sitze ich mittags auf der Plaza San Blas. Vor einem Laden spielen vier Kinder. Aus einem Karton, zwei Stöcken und Klebeband bauen sie eine Trage. Darauf kommt ein Tuch. Mit einem Strick befestigen sie einen Teddy, einen Plüschhasen und einen Plüschzwerg. Ein glitzernder Orden schmückt die ausgebleichten, fleckigen Aushilfsheiligen. Die angefangenen Gelatinebecher kommen als Gaben dazu. So drehen sie eine Runde über den Platz, auf der anderen Seite spielt eine Band. Wenig später wird ein Hund in der Kiste über den Platz getragen. Vom Katholizismus über den Teddyismus zurück zum Animismus. Bei der dritten Runde werden sie zu Agnostikern, als sie neben dem Hund auch noch den kleinen Bruder in der Kiste über den Platz tragen.

Schön sind auch die unzähligen Gassen bergauf und begab.

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